Praktikumsbericht von Berit Kothe
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- Created on Friday, 30 March 2007 23:15
- Last Updated on Sunday, 21 April 2013 23:27
- Published on Wednesday, 02 May 2007 05:00
- Written by Berit Kothe
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Bevor ich mit meinem Bericht beginne, möchte ich mich gerne kurz vorstellen. Ich bin Berit Kothe, studiere in Kiel die Fächer Deutsch, Biologie und Kunst auf gymnasiales Lehramt und befinde mich mittlerweile im 6. Semester. In den Semesterferien dieses Jahres stand mein fachdidaktisches Schulpraktikum an. Ich war sehr froh über die Möglichkeit, dieses Praktikum auch im Ausland durchführen zu dürfen und noch fröhlicher stimmte mich dann die Zusage der Auslandsschule Istanbul Lisesi.
Da ich diese Stadt schon einige Male besucht habe und sie mich sowohl in kultureller als auch in sozialer Hinsicht außerordentlich faszinierte, wollte ich mit diesem Praktikum unbedingt die Chance ergreifen, diese Kultur auch auf andere Weise, aus einem anderen Blickwinkel kennen zu lernen. Darüber hinaus hatte ich aber auch noch viele andere Fragen im Kopf, die ich hoffte, während meines Praktikums in Istanbul klären zu können. Zum einen interessierte mich das Auslandsschulwesen insgesamt, aber auch, wie eine deutsche Schule in einem islamischen Ausland funktioniert. Zudem finde ich die damit verbundene Möglichkeit, später als Lehrerin im Ausland tätig sein zu können, sehr ansprechend. Des weiteren war ich auf den DAF- Unterricht gespannt, da ich in der Universität diesbezüglich Kurse und Veranstaltungen besuche, welche allerdings sehr theoretisch und wenig praxisnah orientiert sind.
In diesem Praktikum wurden nicht nur alle meine Fragen beantwortet, ich habe in diesen drei Wochen auch sehr viel dazugelernt. Zum Beispiel habe ich zahlreiche Stunden in unterschiedlichen Fächern und bei verschiedenen Lehrern beobachten können und dadurch nicht nur in fachlicher sondern auch in methodischer Hinsicht viele Anregungen erhalten. Es war aufregend zu sehen, wie der hochtheoretische Stoff der Universität in der Schule umgesetzt wird und welche Vermittlungsmethoden es dafür gibt. Durch meine eigenen abgehaltenen Stunden hatte ich dann auch die Möglichkeit, selbst in die Lehrerrolle zu schlüpfen und den gesamten Prozess von der Vorbereitung des Unterrichtes bis zum Halten der jeweiligen Stunden eigenständig durchzuspielen. Diese Erfahrung finde ich unglaublich wichtig, denn nur dadurch habe ich die Möglichkeit festzustellen, ob ich mich in meinem Stoff und vor allem vor der Klasse sicher fühle.
Beeindruckend fand ich auch das Schulsystem an sich. Die Schüler dieser Schule sind sehr starkem Leistungsdruck ausgesetzt. Zum einen müssen sie einen landesweit durchgeführten Test gut bestehen, um überhaupt auf die Schule zu kommen. Des weiteren müssen die Schüler in einem einzigen Einführungsjahr (8. Klasse) die deutsche Sprache erlernen, um dann schon im 12. Jahrgang das deutsche Abitur abzulegen. Die Schüler sind dort sehr leistungsstark, fleißig und vor allem wissbegierig. Daher hat das Arbeiten mit ihnen auch außerordentlichen Spaß gemacht.
Faszinierend und kennzeichnend für diese Schule fand ich auch den liebenswürdigen und doch von gegenseitigem Respekt geprägten Umgang zwischen Lehrern und Schülern, der auch für ein sehr angenehmes Arbeitsklima sorgte. Insgesamt wurde durch das vielschichtige Praktikum mein Wunsch, den Lehrberuf auszuüben, sehr verstärkt. Ich freue mich nun noch mehr darauf, endlich meine eigenen Fächer zu unterrichten und vor allem auf die Chance, mit jungen Menschen zusammenarbeiten zu können. Des weiteren kann ich es mir tatsächlich sehr gut vorstellen, später im Ausland zu arbeiten. Die schöne Zeit meines Praktikums verdanke ich vor allem dem netten Kollegium, welches mich von Anfang an freundlich aufgenommen und gut unterstützt hat. Und auf diesem Wege möchte ich mich auch noch einmal recht herzlich für die angebotene Hilfe bedanken. Vor allem danke ich den Lehrerinnen, die mir bei der Unterrichtsvorbereitung zur Seite standen und sich viel Zeit dafür genommen haben.
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