Weihnachtsgrüße

Im Namen der Deutschen Abteilung des Istanbul Lisesi wünsche ich allen Besucherinnen und Besuchern unserer Homepage ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins Neue Jahr.

Ich bedanke mich bei allen Mitwirkenden am diesjährigen Weihnachtskonzert im Deutschen Generalkonsulat für die wunderbaren Musikbeiträge.

Rolf Bennung

Herzlich Willkommen auf der Homepage der Deutschen Abteilung des Istanbul Lisesi


Das Istanbul (Erkek) Lisesi ist eines der interessantesten schulischen Projekte im Kreis der Deutschen Auslandsschulen. Das staatlich türkische Gymnasium mit mathematisch-naturwissenschaftlichem Schwerpunkt führt seine Schülerinnen und Schüler sowohl zum deutschen Abitur als auch zur türkischen Hochschulberechtigung. Die 1884 gegründete Schule befindet sich in einem imposanten historischen Gebäude und besitzt höchstes Ansehen in der Türkei. Ihre Absolventinnen und Absolventen werden an deutschen wie türkischen Hochschulen wegen ihrer herausragenden Fähigkeiten geschätzt. Als einzige Deutsche Auslandsschule sind wir Mitglied im Excellence-Schulnetzwerk MINT-EC.

Ich lade Sie herzlich ein, sich auf unserer Homepage genauer über unsere Schule zu informieren.

Istanbul, im September 2017
Rolf Bennung
Leiter der deutschen Abteilung

Mündliche Prüfungen für das DSD II

Am Donnerstag, den 28.12.2017, und am Freitag, den 29.12.2017, finden am Istanbul Lisesi die mündlichen Prüfungen für das DSD II statt.
Hier finden Sie den Prüfungsplan für Donnerstag.
Hier finden Sie den Prüfungsplan für Freitag.

Mint-Camp: Astroteilchenphysik (22-27.10.17)

Wir, Schüler aus der Klasse 12 A und C haben an dem Mint-Camp in Berlin auf dem Gelände des DESYs (Deutsches Elektronensynchrotron) teilgenommen. Am ersten Tag hatten wir Masterclasses (von Sachexperten erteilte interaktive Vorträge) über das Standardmodell der Physik, wodurch wir den ersten Einblick in die Welt der Teilchenphysik gewonnen haben. Anschließend hatten wir die Möglichkeit, den PITZ (die Bau- und Testanlage der Photoinjektoren) zu besichtigen, welche nach der erfolgreichen Produktion in anderen Beschleunigern benutzt werden. Die Anlage ist ein- oder zweimal pro Jahr für Besucher offen, da Teste in der verbleibenden Zeit durchgeführt werden müssen und die während der Teste erzeugte elektromagnetische Strahlung lebensgefährlich ist.

Am nächsten Tag haben wir den Aufbau von dem Atlas-Detektor am CERN gelernt und haben uns mit der Analyse von den Daten aus den Experimenten am LHC beschäftigt. Wir haben die verschiedenen Elementarteilchen, welche im Standardmodell vorkommen, mithilfe von den Spuren, die durch die Kollusion von zwei aufeinander geschossenen Protonenpaketen entstehen und von den verschiedenen Detektoren im Atlas aufgezeichnet werden, identifiziert. Diese Praxis hat unser theoretisches Wissen, das uns vermittelt wurde, befestigt. Danach sind wir nach Berlin gefahren und hatten eine Führung in der Innenstadt um die Sehenswürdigkeiten bekommen. Darauf folgte ein gemütliches Abendessen. Durch diese Aktivitäten wurde möglich, die Beziehungen zu unseren Freund/innen zu vertiefen.
Am dritten Tag haben wir ein Lego-Modell von Atlas mit Hilfe von Studenten von der Humboldt Universität aufgebaut, was zur Veranschaulichung der einzelnen Detektorteilen genutzt hat. Außerdem war dieses Modell ein Hilfsmittel für uns bei dem Erklärvideo, das wir über die Funktionsweise vom Atlas-Detektor gedreht haben.
Am darauf folgenden Tag erteilten die Doktoranden, die an dem ICE-Cube Projekt beteiligt sind, informative Vorträge in englischer und deutscher Sprache über den am Südpol stationierten Detektor. Das Ziel vom Experiment ist, die hochenergetischen kosmischen Neutrinos zu finden und nach einer Quelle von diesen zu suchen. Des Weiteren haben zwei Wissenschaftler von ihren Erfahrungen und den Arbeitsbedingungen am Südpol berichtet. Somit haben wir neben den finanziellen Aspekten der Forschung auch von dem Aufwand der Wissenschaftler in internationalen Forschungsanlagen erfahren.
Am letzten Tag haben wir selber eine Nebelkammer gebaut, die uns ermöglichte, die Spuren der die Kammer durchdringenden Elementarteilchen mit bloßem Auge zu sehen. Wie bei dem Atlas-Experiment haben wir die verschiedenen Spurarten (geradlinig, gekrümmt, kaskadenförmig, usw.) und deren Eigenschaften analysiert und versucht, mithilfe von diesen auf die Teilchen und ihre Energien zu schließen. Zuletzt haben wir uns unser Erklärvideo angeschaut und uns voneinander verabschiedet.

Abschließend kann man sagen, dass dieses Camp sehr informativ und hilfreich für uns war, um zu verstehen, wie und woran die Wissenschaftler bei den Experimenten am CERN und Ice-Cube arbeiten. Unser Interesse an der Physik hat sich vermehrt, weil wir wegen der Größe der Themen erstaunt waren, die noch erforscht werden sollen und über die wir zurzeit sehr wenig wissen.

Der Deutschsprachige Fachunterricht am Istanbul Lisesi

von Fabian Grabbe

Der Unterricht am Istanbul Lisesi mit dem Ziel „Abitur“ oder „Deutsches Sprachdiplom“ beginnt für die Schüler/innen in der 9. Klasse. Sie haben dann vier Jahre Zeit, um sich auf einen dieser Abschlüsse vorzubereiten; sie werden dafür in den Klassen 9 bis 12 neben Englisch und Deutsch auch in den sogenannten Sachfächern Mathematik, Biologie, Chemie und Physik von deutschen Lehrern in deutscher Sprache unterrichtet. In der Regel sprechen die Schüler/innen bei Eintritt in das Istanbul Lisesi kein Deutsch. Um einen erfolgreichen Unterricht zu ermöglichen, erhalten sie in einer Vorbereitungsklasse („Hazırlık“) sehr intensiv Deutschunterricht. Der Unterricht in Mathematik und in einem naturwissenschaftlichen Verbundfach (FEN) begleitet in der Vorbereitungsklasse den Deutschunterricht, orientiert sich dabei an der sprachlichen Progression der Schüler/innen und legt fachliche und fachsprachliche Grundlagen.
Diese Rahmenbedingungen fordern einen sehr intensiven und möglichst effektiven Sprachunterricht. Dabei unterscheidet man zwischen „Deutsch als Fremdsprache“ (DaF → Deutschunterricht) und „Deutsch im Fachunterricht“ (DFU → Sachfachunterricht). In der Kürze der Zeit muss nicht nur Deutsch als Allgemeinsprache gelernt werden. Die Schüler/innen müssen auch die Besonderheiten der unterschiedlichen Fachsprachen kennen und anwenden lernen. Darüber hinaus müssen die Lehrenden auf der Basis dieser Fremdsprache die methodischen Grundlagen für die Bewältigung des Abiturs schaffen.
Bereits in der Vorbereitungsklasse wird parallel zum Deutschunterricht („DaF“) ein in unserer Schule entwickeltes DFU-Konzept umgesetzt, obwohl es noch keinen regulären Fachunterricht in Mathematik und in den Naturwissenschaften gibt. Die Ziele dieses DFU-Konzepts sind
– die Vermittlung fachsprachlicher Grundlagen;
– die Begleitung des Deutschunterrichts;
– das Training von ausgewählten Methoden (Gruppenarbeit; Präsentieren);
– die Übung in der Nutzung fachlicher Operatoren;
– die Vermittlung ausgewählter Elemente des verbindlichen Schulcurriculums.
Im Schuljahr 2017/2018 findet der Fachunterricht in der Vorbereitungsklasse sowohl in Mathematik als auch in FEN mit zwei Wochenstunden statt; in jeder Klasse arbeiten je eine deutsche Lehrkraft mit einer türkischen Deutschlehrerin zusammen, so dass von Anfang an Übersetzungsprobleme vermieden und Detailfragen zur deutschen Grammatik professionell beantwortet werden können.
In den folgenden Klassen 9 bis 12 werden die besonderen Methoden des Deutschen Fachunterrichts angewendet und weiter entwickelt. Sprachliche Entlastung von Texten, Sprachübungen mit Fachworten und konsequentes Operatorentraining unterstützen die Lernenden im regulären Fachunterricht, der sie auf die Reifeprüfung vorbereitet.
Um die anspruchsvollen Ziele des DFU zu erreichen, sind eine gute Vorbereitung sowie Koordination innerhalb des DFU-Kollegiums notwendig. Alle neuen Kolleg/innen in Mathematik und den Naturwissenschaften werden zu Beginn ihrer Lehrtätigkeit am Istanbul Lisesi in die Grundlagen des DFU eingeführt. In jedem Schuljahr werden drei bis vier DFU-Konferenzen oder Workshops durchgeführt. Neben der anfangs notwendigen Sensibilisierung der Fachlehrer für DFU geht es dann vor allem um die Organisation des DFU und die Erarbeitung geeigneter Methodenwerkzeuge. Wissenschaftliche Grundlage hierfür sind u.a. die Theorie, Didaktik und Methodik nach Josef LEISEN. Die DFU-Lehrenden sammeln und tauschen gute Unterrichtsmaterialien über eine schulinterne Internetplattform.
Aufgrund der besonderen Anforderungen an Lehrende in den Vorbereitungsklassen finden häufig Koordinationstreffen und Fortbildungen statt, in denen neue Kollegen auf ihre Arbeit in der Vorbereitungsklasse vorbereitet werden. Außerdem müssen die DFU-Lehrer auf mögliche Veränderungen der Rahmenbedingungen durch das türkische Erziehungsministerium reagieren.
Auszüge aus dem DFU-Konzept am Istanbul Lisesi:
– Operatoren-Curriculum: Differenziert nach den Fächern Biologie, Chemie, Mathematik und Physik werden die Operatoren mit Musteraufgaben und Lösungen in unterschiedlichen Fächern und Jahrgangsstufen verbindlich eingeführt und geübt.
– Wortfelder für alle Fächer und Jahrgangsstufen: Wortfelder sind Wort- und Satzsammlungen, die in einem Unterrichtsthema eine wichtige Rolle spielen, häufig vorkommen und deshalb intensiv gelernt werden müssen. Diese Wortfelder dienen den Schülern zum Lernen und Wiederholen.
– Bewertung von Sprache in Klassenarbeiten: Die DFU-Kollegen nutzen Richtlinien, mit denen sie die Sprachqualität in Klassenarbeiten bewerten können. Diese Richtlinien sind transparent für die Schüler.
– Gemeinsame Kriterien für die Bewertung der mündlichen Leistungen in Mathematik und in den Naturwissenschaften.
– Portfolio-Arbeit: In einem Hefter („Der Tresor“) sammelt jede Schülerin Materialien, die fächerübergreifend für die DFU-Arbeit im Unterricht eingesetzt werden kann, z.B. Korrekturhilfen, Redemittelsammlungen, Operatoren- oder Methodenkarten.
(Stand: November 2017)

MINT-EC-Camp Prototypenentwicklung in Freiberg (Sa.) vom 18. bis 22. September 2017

Am Anfang dieses Schuljahrs bzw. in der ersten Woche der Schule hatten wir, Elif Naz Başokur und Evrim Yılmaz aus der Klasse 12/A, die Gelegenheit, im Rahmen des MINT-EC-Camps Prototypenentwicklung Freiberg (Sa.) einen guten Einblick in den Studiengang Verfahrens- und Energietechnik zu erhalten und gleichzeitig praktische Erfahrungen zu sammeln.

Nach unserer Ankunft in Deutschland bzw. in Leipzig fuhren wir unter Begleitung unseres Lehrers Herr Kurze zu dem Pi-Haus in Freiberg, die Jugendherberge der Technischen Universität Bergakademie Freiberg, wo wir schon einige der Teilnehmenden kennenlernten.
Am folgenden Tag lernten wir den Rest der Gruppe kennen und fuhren in die TU Bergakademie, wo wir nach kurzer Begrüßung von dem sogenannten additiven Fertigungsverfahren, auch 3D-Druck genannt, Kenntnis erhielten und in Zweierteams unsere ersten Ideen entwickelten und Skizzen eigener Prototypen entwarfen. Um dafür ein Verständnis zu bekommen, besuchten wir das Zentrum des 3D-Druck im Rahmen der TU Bergakademie , wo wir die Materialien und die 3D-Druck Maschinen untersuchten.
Am nächsten Tag modellierten wir unsere eigenen Prototypen mithilfe eines 3D-CAD-Systems, was am Anfang für mich persönlich schwierig war, da ich nie mit einem 3D-CAD-System gearbeitet hatte. Trotzdem bereiteten wir die Modelldaten unseres eigenen Entwurfs für die additive Fertigung auf.

Am dritten Tag fuhren wir zur Firma PTZ-Prototypenzentrum GmbH in Dresden, wo wir unsere fertigen Objekten, deren Fertigung unter Nutzung eines industriellen 3D – Druckers der Firma erfolgt, abholten und das Unternehmen besichtigten. Nach einer lustigen Stadtrundfahrt in Dresden kehrten wir zur TU Bergakademie Freiberg zurück und modellierten dort die geometrisch angepassten Verpackungen unserer Prototypen , die aus nachwachsenden Rohstoffen bestehen und von der Uni gedruckt wurden.
Zum Abschluss des MINT-EC-Camps präsentierten wir unsere Überlegungen und Ergebnisse, die wir nachher zusammen diskutierten. Am Ende mussten wir voneinander Abschied nehmen, was uns schwerfiel. An unserem letzten Tag in Freiberg besuchten wir mit Herrn Kurze ein Mineralien-Museum und ein Silberbergwerk, das ein Bestandteil des Forschungs- und Lehrbergwerkes der TU Bergakademie und eine angenehme Erfahrung für uns war.
Abschließend ist somit zu sagen, dass die Teilnahme an diesem Camp in Freiberg (Sa.) eine gute Chance und eine wichtige Erfahrung war, wobei wir uns einen guten Überblick über die Verfahrens- und Energietechnik verschafften und nach der Zukunft der Produktionstechnik erkundigten.

Elif Naz Başokur und Evrim Yılmaz