Zwei Kulturen, eine Arbeit – Geschichtsprojekt des Kolleg Sankt Sebastian und des IEL

Zwei Kulturen, eine Arbeit

Um die seit dem 1. Weltkrieg, zwar seit mehr als 100 Jahren laufende deutsch-türkische Freundschaft und Solidarität zu gedenken und zu bewahren, haben wir, die 19 Schüler des Istanbul Lisesi, zehn Schüler aus dem Kolleg Sankt Sebastian vom 7. Bis zum 12. November beherbergt und zusammen zwei Projekte bezüglich dem 1. Weltkrieg und, um genau zu sein über die damaligen deutsch-türkischen Beziehungen, ausgearbeitet. Ich war eine Ausnahme, da ich als einzige sowohl Projektteilnehmerin als auch Gastgeberin war. Aus diesem Grund kann ich einen Schritt detaillierter über das Projekt und den Umgang mit unseren Gästen meine Erfahrungen und Gefühle äußern.

Morgens und nachmittags: Teamarbeit

Morgens und nachmittags haben die beiden Projektgruppe an den Entwürfen unserer Projekte gearbeitet und unsere Zusammenarbeit basierte größtenteils auf Ideenaustausch und Diskussion unserer Vorrecherchen. Dieser Prozess hat mir und hoffentlich jedem viel beigetragen, denn der Unterschied zwischen den Gedankenstrukturen ist unglaublich. Unsere engagierten Lehrer, Herr Kadolph und Herr Grabisna, waren auch dabei viel behilflich. Vor einem Tag der Präsentation wurde uns eine Bosphorus-Tour veranstaltet, wobei wir die Sommerresidenz der deutschen Botschaft besuchten und die bedauerliche Geschichte der deutschen Märtyrer leibhaftig von NATO-Oberst Herr Wolf zuhörten. Außerdem erhielten wir die Chance, Stadtteile am Meer wie Ortaköy zu besichtigen. An dem Tag im deutschen Generalkonsulat in Istanbul haben wir unsere Schulen vertreten und von uns wurden zwei Vorträge namens müslimische Kriegsgefangene in Deutschland und  Pascha von der Goltz vor den Gästen, Jurys, einschließlich NATO-Obersts Herr Wolf, und dem deutschen Konsul gehalten. Zwei hervorragende Präsentationen haben wir hervorgebracht und fünf herrliche Tage trotz unserer unendlichen Klausuren verbracht! Am nächsten Tag haben wir uns von unseren Gästen verabschiedet.

Unterhaltungen

Zuhause haben wir über unsere Leben, Zukunft, Ansichten und die Unterschiede unterhalten. Persönlich, ich habe Deutschland wieder von einer deutschen Schülerin, die gleichaltrig mit mir ist, neu gelernt. Dank ihr habe ich eine neue Perspektive über Deutschland, dortiges Studium und Alltag gewonnen. Wenn zwei andere Perspektive miteinander unterhalten, kommt eine verbesserte und von den beiden Seiten bestätigte Version raus. Wir antworteten auf „Was wäre besser?“ und „Wie würden wir es machen?“ Es ist ein ganz rares und aufregendes Gefühl, eine neue Kultur für eine sehr kurze Zeit zu erlernen und mit Schülern, die mit dieser Kultur aufgewachsen sind, Ideen auszutauschen. Neue Horizonte wurden eröffnet in meinem Gehirn.

Gleich wie die türkischen Jugendlichen

Abends haben wir als die Türken versucht, unseren Gästen so kompakt wie möglich Istanbul und unsere Kultur, Küche und unsere alltäglichen Gewohnheiten vorzustellen, damit sie einen Blick auf die beliebtesten Örter Istanbuls werfen und erfahren können, was wir täglich machen. Wir sind auf den überfüllten Straßen gelaufen, haben mit dem Schiff Bosphorus überquert und gegessen, was ein Tourist zuerst in Istanbul auf jeden Fall essen probieren sollte. Sie haben auch gemerkt, dass Istanbul nie schläft. Unsere Geschichte und die Neuzeit sind hier miteinander homogen vermischt. Hoffentlich konnten unsere Gäste Istanbul betrachten, wie wir Istanbul betrachten.

Es ist mir äußerst auffällig, dass wir, als 19 Schüler aus zwei total unterschiedlichen Völkern und Regionen, in so einem kurzen Zeitintervall vom Start des ersten Tages gelungen sind, miteinander leicht zu sozialisieren. Meiner Meinung nach haben wir diese langfristige und nachhaltige Freundschaft zwischen den Deutschen und Türken von unseren vorherigen Generationen übernommen und erneuert. Darüber hinaus haben wir eine Zukunft zu dieser Beziehung angeboten. Obwohl wir uns nicht für eine lange Zeitspanne kennenlernten, ist sofort eine warme Atmosphäre entstanden. Wir sind die Kinder anderer Länder aber unsere Herzen funktionieren auf die gleiche Weise. Ich habe und hoffentlich jeder das Gefühl bekommen, dass wir in einer kurzen Zeit große Dinge zusammen geschaffen und verwirklicht haben. Als eine Schülerin, die gleichzeitig eine Gastschülerin aufgenommen hat, kann ich leicht feststellen, dass diese Beziehungen nicht oberflächlich und nicht nur auf das Projekt basiert sind. Das Überbleibsel ist tolle Erinnerungen und für mich von unschätzbarem Wert. Unsere Gäste sollen nicht vergessen, dass sie hier bei uns jederzeit willkommen sind.

Rana Kaya