MINT Camp vom 21.10. bis zum 24.10.2019 in Heilbronn

Vom 21.10.2019 bis zum 24.10.2019 nah­men wir, Dila­ra Gür und Ali Obalı an einem MINT Camp in Heil­bronn über Mole­ku­lar­bio­lo­gie teil. Zusam­men mit 15 ande­ren Schü­lern aus Deutsch­land hat­ten wir die Mög­lich­keit, Erfah­run­gen im natur­wis­sen­schaft­li­chen Bereich zu sam­meln.

Unser Camp fand in der Expe­ri­men­ta in Heil­bronn statt und wir ver­brach­ten die meis­te Zeit in einem S2-Gen­la­bor. Labo­ra­to­ri­en der Sicher­heits­stu­fen S2 sind der Arbeit mit Mikro­or­ga­nis­men zuge­ord­net, wel­che eine gemä­ßig­te mög­li­che Gefahr für Labor­per­so­nal und die Umge­bung mit­ein­be­zieht. Aus die­sem Grund wur­den wir im S2-Gen­la­bor die gan­ze Zeit von einer Mikro­bio­lo­gin und 2 Che­mi­kern betreut, wel­che jeder­zeit bereit waren, uns die ein­zel­nen Vor­gän­ge und Pro­zes­se bis ins kleins­te Detail zu erklä­ren. Uns inter­es­siert am meis­ten die Aga­ro­se Gel­elek­tro­pho­re­se, die die Stan­dard­me­tho­de ist, um DNA-Frag­men­te zu sepa­rie­ren, zu iden­ti­fi­zie­ren und zu rei­ni­gen. Bei die­ser ein­fa­chen und schnel­len Tech­nik kön­nen direkt im Gel mit dem Fluo­res­zens­farb­sotff Roti-Safe gerin­ge Men­gen DNA sicht­bar gemacht wer­den. Durch­lau­fen linea­re DNA-Mole­kü­le im elek­tri­schen Feld eine Trä­ger­ma­trix, z.B. ein Gel, so wer­den sie auf­grund ihrer kon­stan­ten Ladungs­/­Mas­se-Ver­hält­nis­ses ent­spre­chend ihrer Grö­ße auf­ge­trennt. Wir wuss­ten bereits, dass Nukle­in­säu­ren durch ihre  Phos­phat­grup­pen nega­tiv gela­den sind, wes­halb sie zur Anode wan­dern. Mit Hil­fe die­ses elek­tri­schen Fel­des trenn­ten wir also DNA auf, damit wir Lamb­da-DNA als Vek­tor wei­ter klo­nie­ren konn­ten. Uns wur­de auf die­se Wei­se näher­ge­bracht, wie man in der Gen­for­schung arbei­tet, wie genau die Arbeit im Labor ver­rich­tet wer­den muss und wie man die Arbeit im Labor in Ver­bin­dung mit dem erlern­tem Theo­rie­wis­sen bringt.


Wäh­rend des Camps haben wir eine DNA-Sequenz geklont, Erb­gut eines Virus ver­än­dert und Bak­te­ri­en gezüch­tet. Dar­über hin­aus war das Schö­ne an dem MINT Camp, dass wir vie­le Schü­le­rin­nen und Schü­ler ken­nen­ge­lernt haben, die sich genau­so stark für die Mole­ku­lar­bio­lo­gie inter­es­sie­ren, wie wir. Uns Teil­neh­mern wur­de pra­xis­nah die Labor­ar­beit von Exper­ten nicht nur gezeigt, son­dern wir durf­ten sogar eige­ne Erfah­run­gen im Labor sam­meln.
Der Besuch des Camps hat uns nicht nur deut­lich beim Ver­ständ­nis eines kom­ple­xen The­men­ge­bie­tes wei­ter­ge­bracht, son­dern uns auch gehol­fen ein bestimm­tes Beruf­li­ches Ziel fest­zu­le­gen, da wir durch den Ein­blick in das Stu­di­en­fach der Moder­nen Mole­ku­lar­bio­lo­gie gemerkt haben, dass uns sowohl die Labor­ar­beit als auch die Theo­rie hin­ter der Funk­ti­on von bio­lo­gi­schen Makro­mo­le­kü­len sehr viel Spaß macht.