Von digital zu real

MINT-EC-Camp: Wie ein Prototyp entsteht

Nach der lan­gen Pan­de­mie-Pau­se, fin­den end­lich MINT-Camps wie­der vor Ort statt. Zwi­schen dem 30. August und dem 2. Sep­tem­ber haben wir, Emir Enli aus der 11D und Yiğit Orul­luoğlu aus der 11E, am Camp: “Wie ein Pro­to­typ ent­steht” in Frei­berg teil­ge­nom­men. Das Ziel des Camps war eine Ein­füh­rung zu den 3D-CAD-Sys­te­men und der addi­ti­ven Fer­ti­gung zu bekom­men. Wäh­rend der Ver­an­stal­tung stand neben dem Ken­nen­ler­nen eines für uns neu­en The­men­ge­bie­tes und dem Aus­tausch mit ande­ren Schü­le­rin­nen und Schü­lern die prak­ti­sche Erfah­rung im Vordergrund.

Unser Aben­teu­er begann bereits am 29. August am Flug­ha­fen in Istan­bul: Zu den Pass­kon­trol­len kamen die „coro­nabe­ding­ten“ Kon­trol­len des Impf­sta­tus hin­zu. Nach einem drei­stün­di­gen Flug sind wir in Ber­lin ange­kom­men. Hier ende­te aber unse­re Rei­se nicht. Es folg­te eine drei­stün­di­ge Zug­fahrt, bei der wir in Dres­den umstei­gen muss­ten, um unse­ren Ziel­ort die „Sil­ber­stadt“ Frei­berg zu errei­chen. Unse­re Unter­kunft “Gäs­te­haus Hei­de” war fuß­läu­fig vom Bahn­hof zu errei­chen. Ein anstren­gen­der Tag mit vie­len Ein­drü­cken, die wir auf unse­rer Rei­se sam­meln konn­ten ging zu Ende. Mit Span­nung und Vor­freu­de erwar­te­ten wir den nächs­ten Tag.

Am nächs­ten Tag, nach dem Früh­stück, fand das Will­kom­mens­tref­fen in der TU Berg­aka­de­mie Frei­berg statt. Obwohl für uns Istan­bu­ler die Stadt Frei­berg sehr klein erschien, benö­tig­ten wir eine hal­be Stun­de zu Fuß zur Uni­ver­si­tät. Auch das Fin­den des rich­ti­gen Uni­ver­si­täts­ge­bäu­des stell­te uns vor die nächs­te Her­aus­for­de­rung. Jedoch haben wir auch die­se Hür­de erfolg­reich genom­men und konn­ten schon direkt ande­re Camp-Teil­neh­mer ken­nen­ler­nen. Es folg­te eine Vor­stel­lungs­run­de und der Ablauf des MINT-Camps wur­de uns erklärt. Nun begann end­lich das MINT-Camp, wel­ches wir kaum erwar­ten konn­ten. Gespannt ver­folg­ten wir eine Prä­sen­ta­ti­on über die Grund­kennt­nis­se des 3D-Designs und der addi­ti­ven Fer­ti­gung. Anschlie­ßend wech­sel­ten wir den Raum und gin­gen in einen Com­pu­ter­raum, um uns mit Sie­mens-NX, einer CAD-Soft­ware, zu beschäf­ti­gen. Der Fokus des ers­ten Tages lag auf dem Erler­nen der Grund­fer­tig­kei­ten des Com­pu­ter­pro­gramms Sie­mens-NX. Dem­entspre­chend haben wir vie­le 3D-Zei­chen­auf­ga­ben bekom­men, bei denen wir ein­zel­ne Bau­grup­pen zeich­nen muss­ten. Unser Tag ende­te mit einem Coro­na-Schnell­test, den alle Kurs­teil­neh­mer in den fol­gen­den Tagen jeden Abend wie­der­ho­len mussten.

Am zwei­ten Tag haben wir Kurs­teil­neh­mer die Auf­ga­be bekom­men unse­ren eige­nen „Schwib­bo­gen“ zum The­ma MINT-EC in Frei­berg zu model­lie­ren. Damit waren wir bis 15:00 Uhr beschäf­tigt. Nach geta­ner Arbeit, besich­tig­ten wir die Mine­ra­li­en­aus­stel­lung im Schloss Freu­den­stein. Ver­schie­de­ne wert­vol­le Stei­ne aus der gan­zen Welt kön­nen dort bewun­dert werden.

Am Mitt­woch, unse­rem letz­ten Tag, beschäf­tig­ten wir uns mit der addi­ti­ven Fer­ti­gung. Bei der Addi­ti­ven Fer­ti­gung wird ein Bau­teil anhand einer 3D-CAD-Datei erzeugt. Es gibt Ver­fah­ren, bei denen das zu erzeu­gen­de Bau­teil direkt in allen drei Raum­rich­tun­gen gefer­tigt wird. In der Regel erfolgt die Fer­ti­gung jedoch schicht­wei­se, indem zunächst eine Ebe­ne des Bau­teils gefer­tigt wird. Der gro­ße Vor­teil die­ses Ver­fah­rens ist es, dass die­ses Ver­fah­ren deut­lich schnel­ler ist und gleich­zei­tig der Mate­ri­al­ver­brauch rela­tiv gering­ge­hal­ten wer­den kann.
Um 13:00 Uhr sind wir nach Dres­den gefah­ren um eine Betriebs­ex­kur­si­on durch­zu­füh­ren. Die Fir­ma “Pro­to­ty­pen­zen­trum Dres­den” beschäf­tigt sich ins­be­son­de­re mit den addi­ti­ven Fer­ti­gungs­me­tho­den und Pro­to­ty­pen. Dort haben wir die Mög­lich­keit erhal­ten, die indus­tri­el­len addi­ti­ven Fer­ti­gungs­ma­schi­nen und Ver­fah­ren zu sehen. Neben­bei haben wir unse­re selbst model­lier­ten Schwib­bö­gen als 3D aus­ge­druckt erhalten.

Am Don­ners­tag, unse­rem letz­ten Tag, haben wir die Mög­lich­keit bekom­men in Klein­grup­pen ver­schie­de­ne Kennt­nis­se über Maschi­nen und Metho­den in Uni­labs zu erwer­ben. Abschlie­ßend prä­sen­tier­ten wir unse­re Ergeb­nis­se und das MINT-Camp endete.

Resü­mie­rend war das MINT-Camp gera­de zu die­sem Zeit­punkt sehr inter­es­sant und hilf­reich, da wir bei­de pla­nen im nächs­ten Jahr nach dem Abitur in Deutsch­land zu stu­die­ren. Unser Wunsch ein Stu­di­um in einem tech­nisch gestal­ten­den Bereich zu machen wur­den ein­deu­tig bekräf­tigt.
Ein gro­ßer Dank geht an MINT-EC, das ein her­vor­ra­gen­des Sicher­heits­kon­zept ent­wi­ckelt hat, sodass die­se Ver­an­stal­tung trotz der „Coro­na-Pan­de­mie“ in Prä­senz statt­fin­den konn­te und uns erst ermög­lich­te, die­se wert­vol­len Erfah­run­gen zu sammeln.